| Forum für Führungskräfte: Offizielle Verabschiedung von Prof. Günther Rager |
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Die Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutierten dabei durchaus kontrovers über die aktuellen Probleme und Herausforderungen, denen sich der Journalismus in finanziell schwierigen Zeiten stellen muss. "Nicht der Qualitätsjournalismus, sondern die Medien befinden sich in der Krise", antwortete Hans-Werner Kilz, Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, auf die Fragen seines Diskussionspartners Prof. Vinzenz Wyss, ob hochwertiger Journalismus vom Aussterben bedroht ist. Wyss betonte die Notwendigkeit eines Transfers zwischen Wissenschaft und Praxis zur Sicherung journalistischer Qualität. Das bekräftigte auch Werner Kilz: „Im Journalismus ist eine wissenschaftliche Grundlage sehr von Vorteil. Aber vor allem muss man sich auf die Qualität der Mitarbeiter verlassen können.“ Ernst Elitz stellte einen herausragenden Bedarf der Publikumsorientierung von Medien in den Vordergrund. Das „Emotionale“ sei schließlich das, was die Leser und Zuschauer mitreiße. Prof. Dr. Lutz Hachmeister warnte allerdings vor einer „Infantilisierung des Journalismus“, der den Rezipienten mit einer gewissen Gleichförmigkeit der Medienangebote unterfordere. „Die Antwort des Internets auf die Medienkrise ist Authentizität.“ Mit diesen Worten betonte Prof. Dr. Klaus Meier die Möglichkeiten interaktiver Nutzung von Medien. Auch Jörg Schönenborn vom WDR unterstrich diese Tendenz, stellte jedoch einen generellen Qualitätsverlust der Medien in Frage. Schönenborn „Wir haben eine positive Qualitätsentwicklung. Unsere Aufgabe ist es, mit weniger Geld und einem Zwang zum breiteren Angebot eine steigende Qualität zu erhalten.“ Moderiert wurde die Diskussion und die anschließende Verabschiedung von Günther Rager durch die beiden TU-Professoren Michael Steinbrecher und Holger Wormer.
Zur Person Prof.
Günther Rager
Der 1943 in Kempten/St. Mang geborene Rager ist seit 1984 Professor für redaktionelle Produktion und Journalismusforschung am Dortmunder Institut für Journalistik. Seinem Studium der Germanistik, Geschichte und empirischen Kulturwissenschaft in München und Tübingen folgte die Promotion im Fach empirische Kulturwissenschaft (Tübingen). Journalistische Praxis sammelte Rager als freier Mitarbeiter bei Zeitungen, Hörfunk und Fernsehen. Es folgten zahlreiche Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen. Prof. Dr. Günter Rager ist langjähriges Mitglied der Grimme-Preis-Jury und gehört dem wissenschaftlichen Beirat des Freien-Russisch-Deutschen Instituts für Publizistik (Moskau, Rostow) an. Von 2004 bis 2008 war Rager als Prorektor Mitglied des Rektorats der TU Dortmund. |








Mit einem Forum für Führungskräfte hat das Institut für Journalistik der TU Dortmund, am 22. Januar, sein langjähriges Mitglied
Prof. Günter Rager offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Als Hommage an die
wissenschaftliche Tätigkeit von Prof. Rager diskutierten Dortmunder Wissenschaftler
mit Medienpartnern und Chefredakteuren über journalistische Qualität,
Lösungsansätze und Konzepte in Zeiten der Medienkrise. Auf dem Podium beleuchteten Tandems aus Medienpraxis und
Wissenschaft die zurückliegenden und zukünftigen Herausforderungen für die
Medienszene: Hans Werner Kilz (Süddeutsche Zeitung) und Prof. Dr. Vinzenz Wyss
(Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften), Ernst Elitz
(Gründungsintendant des Deutschlandradios) und Prof. Lutz Hachmeister (Institut
für Medien- und Kommunikationspolitik Berlin/Köln) sowie Jörg Schönenborn (WDR)
und Prof. Dr. Klaus Meier (TU Dortmund).