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Gebloggter Zwiebelfisch PDF Drucken
Oliver Fritsch macht Medienkritik. Nicht im Feuilleton, sondern im Internet. Als „Fußballtrainer“ im Blog „Indirekter Freistoß“. Dass ihn arrivierte Journalisten selten für voll nehmen, stört ihn nicht. Stattdessen nimmt er deren Sprachschludereien aufs Korn.

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Oliver Fritsch
Aggressiv führen Leitartikler der Süddeutschen Zeitung bisweilen die Debatte um Blogs und usergenerated content im Internet. Die Online-Tagebücher seien „ein Debattierklug von Anonymen, Ahnungslosen und Denunzianten“, frotzelte gar der SZ-Feuilletonchef. Oliver Fritsch will ihm das Gegenteil beweisen. Als Blogger liefert er täglich eine Presseschau der Sportseiten in den Qualitätszeitungen. „Ich spiele den Ping-Pong-Ball zurück“, sagt er und lächelt. Schließlich sei er ein Freund der Sport- und insbesondere der Fußballpublizistik.

Vor allem zeigt Fritsch, dass auch in SZ-, FAZ-, oder Welt-Artikeln mit Sprache geschludert wird. Einige Autoren offenbaren täglich Probleme mit dem Konjunktiv II. Abgedroschene Floskeln detektiert Fritsch eher zwar selten. „Stattdessen gibt es schiefe Bilder zu Hauf. Metaphern, die nicht funktionieren.“ „Was ist denn bitteschön der ‚Bauch des Stadions?’“ Auffällig findet Fritsch auch eine „hemmungslose Synonymitis“. Ob die Bezeichnung „Übungsleiter“ für den Trainertypus Klinsmann noch zeitgemäß ist, bezweifelt Fritsch. „Und warum stehen eigentlich alle Spielberichte im Imperfekt?“

Ganz generell ermutigt Oliver Fritsch Sportjournalisten, sich im Netz umzutun. Sogar Wurstfabrikant Uli Hoeneß habe in seiner Wut-Rede auf der Bayern-Hauptversammlung bekannt, dass auch er Ebay und Google nicht verhindern könne.

Im Podium regte sich gegen Fritschs Journalistenschelte Widerspruch. Beim Zwiebelfischen begibt sich nicht nur Bastian Sick auf dünnes Eis. Klar, einige Kritikpunkte des Bloggers Fritsch mögen Erbsenzählerei und eine genüssliche Entgegnung auf die Pauschalkritik der „Holz-Medien“ am Bloggertum sein. Aber ein Denkanstoß sind sie allemal.

David Mache