Eine Studentin filmt mit einer Videokamera

Unsere Alumni

Mehr als 1.200 Journalistinnen und Journalisten haben in den vergangenen 40 Jahren das Institut für Journalistik mit einer Diplomurkunde, einem Bachelor- oder einem Masterzeugnis oder einer Dissertation verlassen. Über die Jahre hinweg hat die Dortmunder Journalistik sich als führender Anbieter in der hochschulgebundenen Journalistenausbildung behaupten können. Bei uns gehen Wissenschaft und Praxis Hand in Hand. Das Institut kooperiert dabei eng mit Medienunternehmen, sowohl in der praktischen Ausbildung als auch in der Forschung. Auf dieser Grundlage qualifizieren wir Journalistinnen und Journalisten, die nachweisbar sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Das sagen einige unserer Absolventinnen und Absolventen über das Studium in Dortmund: 

Mona Ameziane

Radiomoderatorin bei 1LIVE

„Durch das Studium am IJ konnte ich einen Volontariats-Platz beim WDR bekommen und moderiere heute bei 1LIVE und WDR5.“

Welchen Studiengang hast du in Dortmund belegt?

Journalistik.

Welche journalistischen Erfahrungen hast du bereits gesammelt?

Ich habe im zweiten Semester (SoSe 2014) an der WDR Talentwerkstatt „WDR grenzenlos“ teilgenommen und dann im Oktober 2015 das einjährige Volontariat beim WDR begonnen. Direkt danach konnte ich frei für den WDR weiterarbeiten.

Wo arbeitest du derzeit?

Als Radiomoderatorin bei 1LIVE und WDR5 KiRaKa.

Welches waren die spannendsten Projekte, bei denen du in deinem jetzigen Job mitgewirkt hast?

Am Spannendsten war für mich, dass ich nach dem Volontariat so schnell ans Mikrofon konnte und mittlerweile nicht nur eine wöchentliche Sendung moderiere, sondern auch jeden Freitag im Rahmen von 1LIVE Klubbing eine Live-Lesung vor Publikum. In den vergangenen Monaten war ich aber auch immer wieder für längere Reportagen unterwegs: Zum Beispiel habe ich für 1LIVE einen Tag lang ein Escort-Girl begleitet, war bei einer Obduktion dabei und bin für den KiRaKa unter anderem mit einem Forscher durch eine 40-Meter-tiefe Höhle im Sauerland gekrochen.

Welche drei Aspekte aus deiner Studienzeit am IJ in Dortmund hast du vor allem in den Job mitgenommen und wie helfen sie dir im Berufsalltag?

Das Studium am IJ hat mir durch die Lehrredaktionen, diverse praktische Seminare und natürlich das Volontariat journalistisches Handwerk mit auf den Weg gegeben, aber auch Sensibilität für den Umgang mit schwierigen Themen und die Fähigkeit, an den richtigen Stellen noch genauer über das nachzudenken, was ich schreibe, sage oder veröffentliche. Ich habe durch das Studium einen eigenen journalistischen und persönlichen Anspruch entwickelt, der mir an vielen Stellen im Berufsalltag ein selbstbewusstes Entscheiden erleichtert hat.

Valentin Dornis

Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung

„Durch den großen Praxisteil im Studium bin ich auch besser darin geworden, Themen selbständig zu suchen und zu recherchieren – und sie für verschiedene Medienformen aufzuarbeiten.“

Welchen Studiengang hast du in Dortmund belegt?

Ich habe mein Studium in Dortmund 2013 begonnen. Damals war der Studiengang Wirtschaftspolitischer Journalismus gerade erst eingerichtet worden und wir sind als erster Jahrgang am Lehrstuhl von Prof. Müller gestartet. In der kleinen Gruppe (ca. 20 Studierende) konnten wir den Studiengang und die Veranstaltungen damals aktiv mitgestalten.

Welche journalistischen Erfahrungen hast du bereits gesammelt?

Los ging es ganz klassisch im Lokaljournalismus. Ich bin damals noch zur Schule gegangen und am Wochenende mit dem Bus über die Dörfer gefahren, um Termine für die Westfalenpost zu machen. Im Studium habe ich dann immer nebenbei frei Texte geschrieben und fotografiert. In der Lehrredaktion habe ich gelernt, Radio zu machen – volontiert habe ich schließlich im Wirtschaftsressort der Süddeutschen Zeitung in München.

Wo arbeitest du derzeit?

Nach dem Volo habe ich angefangen, neben dem Studium als freier Mitarbeiter im NRW-Korrespondentenbüro der SZ zu arbeiten, außerdem habe ich weiterhin für Regionalzeitungen geschrieben. Seit dem Sommer 2018 bin ich SZ-Redakteur in München, in den Ressorts Wirtschaft und Digital.

Welches waren die spannendsten Projekte, bei denen du in deinem jetzigen Job mitgewirkt hast?

Das spannendste Projekt, an dem ich bisher mitwirken durfte, waren eindeutig die Paradise Papers. Das große Rechercheprojekt zur "Schattenwelt des großen Geldes" im Herbst 2017 war für mich eine ganz neue journalistische Erfahrung: großes Team, strenge Geheimhaltung, weltweite Aufmerksamkeit. In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt über investigative Arbeit und auch darüber, was mich an unserem Beruf am meisten reizt.

Welche drei Aspekte aus deiner Studienzeit am IJ in Dortmund hast du vor allem in den Job mitgenommen und wie helfen sie dir im Berufsalltag?

An der Uni habe ich gelernt, mich schnell in Themen einzuarbeiten. Durch den großen Praxisteil im Studium bin ich auch besser darin geworden, Themen selbständig zu suchen und zu recherchieren – und sie für verschiedene Medienformen aufzuarbeiten. Dazu hat vor allem die Arbeit in den Lehrredaktionen beigetragen. Durch den VWL-Teil des Studiums habe ich ein tieferes wirtschaftliches Grundverständnis entwickeln können. Als Mentor in der Lehrredaktion Print habe ich außerdem viel Erfahrung sammeln können, mit Autorinnen/Autoren intensiv an ihren Beiträgen zu arbeiten. Das hilft natürlich auch bei der eigenen Arbeit.

Lisa Oenning

App-Redakteurin beim Handelsblatt

Mein Studium hat mir geholfen, wirtschaftspolitische Themen zu erkennen und darüber zu berichten und Beiträge klar und spannend zu strukturieren.

Welchen Studiengang hast du in Dortmund belegt?

Wirtschaftspolitischer Journalismus (BA).

Welche journalistischen Erfahrungen hast du bereits gesammelt?

Praktika und freie Mitarbeit bei der Allgemeinen Zeitung Coesfeld während der Schulzeit, anschließendes Volontariat bei der AZ Coesfeld, Praktika beim WDR und einer Fernsehproduktions GmbH, einjähriges in das Studium integriertes Volontariat in der Online-Redaktion der WirtschaftsWoche, studentische Aushilfe im Newsroom des Handelsblatts während des Studiums.

Wo arbeitest du derzeit?

Seit Februar 2018 arbeite ich als App-Redakteurin im Handelsblatt-Newsroom.

Welches waren die spannendsten Projekte, bei denen du in deinem jetzigen Job mitgewirkt hast?

Besonders gefällt mir an meinem Job, dass er abwechslungsreich ist. Zu meinen Aufgaben gehört es unter anderem, für die verschiedenen digitalen Kanäle (App, H10-App, Website) selbst Beiträge zu verschiedenen Themen zu schreiben und diese Kanäle auch selbst zu steuern.

Welche drei Aspekte aus deiner Studienzeit am IJ in Dortmund hast du vor allem in den Job mitgenommen und wie helfen sie dir im Berufsalltag?

Wirtschaftspolitische Themen zu erkennen und darüber zu berichten, Beiträge klar und spannend zu strukturieren, insbesondere das integrierte Volontariat hat mir einen guten und zugleich realistischen Einblick in den Berufsalltag eines Wirtschaftsjournalisten gegeben.

Dr. Thomas Schiller

Chefredakteur, Evangelischer Pressedienst (epd)

„Dortmunder Absolventen in Leitungspositionen sind kein Zufall"

Was hat Ihnen das Studium in Dortmund für die journalistische Laufbahn gebracht?

Schiller: Chefredakteur zu werden, war im Studium nicht mein Berufsziel - aber dass viele Dortmunder Journalistik-Absolventen inzwischen in Leitungspositionen von Redaktionen, Verlagen und Sendern sitzen, dürfte kein Zufall sein.

Wovon haben Sie im Studium besonders für Ihre spätere journalistische Laufbahn profitiert?

Schiller: Mit der breit angelegten Ausbildung zum Generalisten war ich für den Berufsstart bei einer Nachrichtenagentur bestens gerüstet. Schon wenige Tage nach meiner letzten mündlichen Prüfung im Sommer 1990 konnte ich bei dpa als Korrespondent in der untergehenden DDR anfangen und mich sofort in die tägliche Berichterstattung stürzen.

Was raten/wünschen Sie den künftigen Absolventen des Instituts für Journalistik?

Schiller: Die heutigen Journalistik-Studenten sind inzwischen in beeindruckender Weise multimedial ausgebildet. Doch den Unterschied zwischen gut und ausgezeichnet machen immer noch Neugier, Hartnäckigkeit und Einsatzbereitschaft aus. Wer Erfolg haben will, sollte sich nicht auf das Reporterglück verlassen, sondern auf die ganz zeitlosen journalistischen Tugenden setzen. Die Dortmunder Volontäre, die ich beim epd erlebe, stimmen mich optimistisch.

Warum sollte man heute noch Journalist werden?

Schiller: Weil dieses Land weiterhin guten und verantwortungsvollen Journalismus braucht – egal in welchem Medium. Und weil der Beruf des Journalisten immer noch einer der spannendsten und abwechslungsreichsten ist, den ich kenne. 

An welchen Moment im Journalistik-Studium können Sie sich noch besonders gut erinnern?

Schiller: Unvergessen sind die pressegeschichtlichen Seminare bei Professor Kurt Koszyk – gespickt mit einer Flut historischer Details, unzähligen großen Namen und gelegentlichen kleinen Boshaftigkeiten, mit denen er auch die trockensten Episoden würzen konnte. „Medien in der Weimarer Republik“ – das war ein echter Koszyk-Klassiker.

Dr. Thomas Schiller

Friedrich Küppersbusch

Geschäftsführer der Fernseh-Produktionsgesellschaft probono

Warum Journalist werden? Wie immer: weil man nicht anders kann“

Was hat Ihnen das Studium in Dortmund für die journalistische Laufbahn gebracht?

Küppersbusch: Viele freundschaftliche und bis heute belastbare Kontakte. Anfang der 80er galt Journalismus vielen in der Branche als unstudierbar, in manchen Sendern dagegen begegnete einem Argwohn gegenüber "Dortmundern". Sozusagen zweite Liga hinter den hauseigenen Volos. Kurz: Wir hatten ein Underdog-Image, das schweißt zusammen (vgl. auch Borussia Dortmund).

Wovon haben Sie im Studium besonders für Ihre spätere journalistische Laufbahn profitiert?

Küppersbusch: Veranstaltungen mit starken praktischen Anteilen; Luft im Studienplan um frei zu arbeiten oder Projekte mit Kommilitonen und ohne Credit Points zu machen.

Was raten/wünschen Sie den künftigen Absolventen des Instituts für Journalistik?

Küppersbusch:  Wünschen: Jobs. Also mit Bezahlung und so. Raten: Teamarbeit bevorzugen; nebenher publizieren, nicht an magische Wucht eines akademischen Titels auf dem Arbeitsmarkt vertrauen.

Warum sollte man heute noch Journalist werden?

Küppersbusch: Wie immer: Weil man nicht anders kann. 

An welchen Moment im Journalistik-Studium können Sie sich noch besonders gut erinnern?

Küppersbusch: Also - ich bin gar kein Absolvent, sondern marschiere im Schattenheer der Unvollendeten. Trotzdem? Cafeteria der alten PH, aus vermutlich genetischen Gründen saß die Journalistik-Fraktion meist vis-a-vis der Kasse und des Kaffeeautomaten. Alles sehen, über alles reden, als letzte hochgehen in die Veranstaltung.

Friedrich Küppersbusch

Julia Friedrichs

Freie Autorin von Fernsehreportagen und Magazinbeiträgen

Fast alles, was bislang gelungen ist, hat während des Studiums in Dortmund begonnen"

Was hat Ihnen das Studium in Dortmund für die journalistische Laufbahn gebracht?

Friedrichs: Ausgesprochen viel. Fast alles, was bislang gelungen ist, hat während des Studiums in Dortmund begonnen. Ich habe dort angefangen zu verstehen, was dieser Beruf sein kann, ich durfte dank des Dortmunder Studiums beim WDR weiterlernen und ich habe auf dem Campus einige der mit liebsten Menschen kennengelernt.

Wovon haben Sie im Studium besonders für Ihre spätere journalistische Laufbahn profitiert?

Friedrichs: Rein fachlich haben sich die Veranstaltungen zum Presserecht und die Lehrredaktionen sowie ein Seminar, in dem es um das Schreiben langer Texte ging, für mich als besondern ertragreich herausgestellt. Allerdings bin ich sehr glücklich später extrem gute Redakteure begegnet zu sein,die mir das Schreiben und Filmebauen beigebracht haben. Denn an solchen Praktikern fehlte es während des Studiums.

Was raten/wünschen Sie den künftigen Absolventen des Instituts für Journalistik?

Friedrichs: Genießt die Möglichkeiten. Lasst Euch nicht verrückt machen, von den Abgesängen auf den Beruf. Sucht Eure Themen und erzählt den Menschen dann davon.

Warum sollte man heute noch Journalist werden?

Friedrichs: Als Journalistin darf ich ständig in fremde Leben blicken, Fragen stellen, Zusammenhänge erforschen. Ich darf dicke Bücher lesen und datensatte Studien. Ich darf zweifeln, staunen und immer wieder lange nachdenken. Ich darf die erzählen lassen, denen keiner zuhört und die mit Fragen stören, die lieber schweigen wollen. Ich kann mir keinen Beruf vorstellen, der mich glücklicher machen würde. 

An welchen Moment im Journalistik-Studium können Sie sich noch besonders gut erinnern?

Friedrichs: An das gute Gefühl, wenn im Selbstfahrerstudio von elDOradio ein Cross-Fade perfekt geglückt ist.

Julia Friedrichs

Henning Sußebach

Redakteur/Reporter im Dossier der ZEIT

„Von diesem Schwung profitiere ich bis heute"

Was hat Ihnen das Studium in Dortmund für die journalistische Laufbahn gebracht?

Sußebach: Ich finde, so etwas ist im Rückblick schwer zu beantworten. Warum fließt ein Fluss so, wie er fließt – und welchen Einfluss hat die Biegung kurz hinter der Quelle darauf, wo der Strom letztlich ins Meer mündet? Ich vermute, einen großen. Ganz sicher bin ich: Durch das garantierte Volontariat wie auch durch den Praxisbezug in den Seminaren war da eine Konkretion, auch ein Optimismus, der sehr motiviert hat. Das Studium in Dortmund hat keine Zweifel genährt, es hat mich beschwingt. Ich glaube, von diesem Schwung profitiere ich bis heute.

Wovon haben Sie im Studium besonders für Ihre spätere journalistische Laufbahn profitiert?

Sußebach: Mag sein, dass ich die eher theoretischen, vagen Fächer unterschätze, weil deren Nutzen nun mal auch theoretisch und vage ist – heute glaube ich jedenfalls, dass mir bis heute ganz besonders die konkreten Anleitungen von damals helfen. Alles, was ich in der Redaktion der Campuszeitung (damals „InDOpendent“) an Handwerklichem und Zwischenmenschlichem gelernt habe. Alles, was Professor Branahl uns an Medienrecht mit auf den Weg gab. In unserem Beruf geht es so viel um Einschätzungen und auch Geschmacksfragen (gerade bei Reportagen, wie ich sie für die ZEIT schreiben darf), dass ich mich freue, ein paar feste Koordinaten zu kennen: Was man darf und was nicht, zum Beispiel.

Was raten/wünschen Sie den künftigen Absolventen des Instituts für Journalistik?

Sußebach:  Weniger Selbstzweifel und weniger Zweifel an ihrem Beruf zu haben. Es gibt viele gute Gründe, den Journalismus zu kritisieren. Den Herdentrieb. Die Oberflächlichkeit. Die Opfer, die er hinterlässt. Hin und wieder gebe ich Seminare am IfJ und merke: Pauschale Kritik am Journalismus ist inzwischen so wohlfeil, dass selbst angehende Journalisten davon erfasst sind! Dass sie nicht mehr überlegen: „Wie kann ich es besser machen?“ Sondern denken: „Uns braucht’s nicht mehr.“ Oder sogar: „Wir sind die Bösen.“ Aber das stimmt nicht. Es braucht uns. Und wir sind die Guten. Wir schaffen Öffentlichkeit dort, wo andere nur Verlautbarungen verfassen. Wir fahren in Kriegsgebiete, in denen Propagandisten dabei sind, die Wahrheit zu töten. Wir fragen dort nach, wo sich mancher um Antworten drückt.

Warum sollte man heute noch Journalist werden?

Sußebach: Weil die Welt gerade wieder in Bewegung gerät. Weil über so unglaublich viel Schönes und Schreckliches zu berichten ist. Und weil die Menschen immer (wahre!) Geschichten erzählt bekommen wollen – in welcher Form, über welches Medium auch immer.

An welchen Moment im Journalistik-Studium können Sie sich noch besonders gut erinnern?

Sußebach: Es sind zwei Momente. Der erste: Wie viele von uns Erstsemestern – ausgewählt per Numerus Clausus, also vermutlich eher Streber als Querköpfe – sich anfangs in den Seminaren brav mit Handzeichen meldeten. Und gab’s nicht sogar hier und da ein Fingerschnipsen? Der zweite Augenblick, der in Erinnerung geblieben ist: Die Massenpanik, die uns angesichts der einzigen zwei Klausuren erfasste, die wir damals im gesamten Studiumsverlauf zu schreiben hatten. Vermutlich hätte sich bei nur einer Klausur die Angst nochmals verdoppelt.

 

Henning Sußebach