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Neuer I-Index bildet die Inflation ab

Das Dortmund Center for data-based Media Analysis (DoCMA) hat einen Inflations-Index entwickelt, dessen Auswertungen ab sofort regelmäßig im Handelsblatt erscheinen.

Die Inflation ist zurück in Deutschland – vor allem in der deutschen Medienberichterstattung. Nach mehreren Jahrzehnten moderater, niedriger und zeitweise negativer Teuerungsraten scheinen die aktuellen Inflationszahlen jenseits der 5% Ökonom*innen wie Journalist*innen in Aufruhr zu versetzen. Ähnlich der Preisdynamik selbst steigt die mediale Prominenz der Inflation in einem Maße, wie wir es lange nicht gesehen haben.

In einem soeben erschienenen Working Paper stellen Prof. Dr. Henrik Müller und Kolleg*innen einen neuen Indikator vor, der die mediale Präsenz der Inflation zu messen vermag. Der in dem Papier präsentierte Inflationswahrnehmungsindikator (IPI) für Deutschland spürt thematische Trends auf und liefert neue Einblicke in die Dynamik von Inflationswahrnehmungen in der deutschen Öffentlichkeit.

Das Paper trägt den Namen „A German Inflation Narrative – How the Media frame Price Dynamics: results from a RollingLDA analysis” und ist hier abrufbar: 

Mithilfe eines dynamischen Topic-Modelling-Verfahrens isolieren die Forscher*innen die in den Medien kursierenden Inflationsnarrative und zeichnen ihre Aufmerksamkeitszyklen über die Zeit nach. So können sie unter anderem zeigen, wie zum Ende des Untersuchungszeitraumes die Rohstoffpreise ganz oben auf die Inflations-Agenda rutschen – ausgelöst durch den russischen Krieg gegen die Ukraine und die darauffolgenden Sanktionen.

Die Analyse basiert auf einem Korpus von drei Millionen Artikeln, die zwischen Januar 2001 und Februar 2022 in großen Tageszeitungen erschienen sind. Um fortlaufend messen zu können, wie und in welchem Maße Medien über die Inflation berichten, wird der Indikator regelmäßig aktualisiert. Die Erstberechnung sowie alle künftigen Updates werden im Handelsblatt veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren Prof. Dr. Henrik Müller, Tobias Schmidt, Jonas Rieger, Lena Maria Hufnagel und Nico Hornig hoffen, mithilfe des IPI für die Ökonomik wichtige Impulse zur Erforschung der Eigendynamik der Inflation zu liefern.

Der Beitrag ist Teil Reihe DoCMA Working Papers. Das Dortmund Center for data-based Media Analysis (DoCMA) ist eine Kooperation von Hochschullehrern und wissenschaftlichen Mitarbeitern der Fakultät Statistik (Prof. Jörg Rahnenführer und Prof. Carsten Jentsch), der Informatik (Prof. Erich Schubert) und der Journalistik (Prof. Henrik Müller). Ziel der Working-Paper-Reihe ist es, aktuelle Analysen, auch solche, die auf sehr guten Abschlussarbeiten basieren, sowie methodische Vorstöße zur akademischen Diskussion zu stellen.

 

Ansprechpartner für Rückfragen:

Prof. Dr. Henrik Müller, Institut für Journalistik (henrik.mueller(at)tu-dortmund.de

Die Vorstellung des Inflations-Index im Handelsblatt.

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