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EBI präsentiert gemeinsam mit UNESCO und UNHCR Handbuch zur Berichterstattung über Migration und Flucht

Auf internationaler Bühne wurde am vergangenen Samstag die arabische Ausgabe des Handbuchs für Journalistenausbilder:innen weltweit zur Berichterstattung über Migration und Flucht in Amman, Jordanien, vorgestellt.  

Der Hochkommissar für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR), Filippo Grandi, war mit einem digitalen Grußwort bei der Vorstellung präsent. In seiner Ansprache betonte Grandi die Rolle der Medienberichterstattung angesichts der globalen Flüchtlingskrisen – für Herkunfts- wie für Aufnahmegesellschaften: „Das UNESCO-Handbuch deckt die Perspektiven von Herkunfts-, Transit- und Asylländern ab. So versetzt es Journalisten in die Lage, komplexe Realitäten zu erklären, die zu menschlichem Leid führen – es ermöglicht, Lösungen für deren Notlage zu finden.“

Das digitale Grußwort von Filippo Grandi, Hochkommissar für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR), mit deutschen Untertiteln

Die Veranstaltung fand im Jordan Media Institute (JMI) unter Schirmherrschaft der jordanischen Prinzessin Rym Ali, Gründerin des JMI, statt. Die Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) der Vereinten Nationen war durch ihre Repräsentantin für Jordanien Min Jeong Kim ebenso vertreten wie Jane Arraf, Büroleiterin der New York Times in Bagdad, Irak. 

Die UNESCO-Repräsentantin in Jordanien Min Jeong Kim hob in ihrer Rede hervor: „Migranten und Flüchtlinge sind ein bedeutendes globales Phänomen, das ein hohes Maß an Fachwissen in der Berichterstattung erfordert. Die arabische Region bildet keine Ausnahme, und das Handbuch bietet sowohl globale als auch regionale Einblicke.“

In der Tat sind arabische Länder zentrale Herkunfts-, aber auch Transit- und Aufnahmeländer für Flüchtlinge und Migranten auf dieser Welt. Eine Zahl veranschaulicht die Bedeutung der arabischen Übersetzung des EBI-UNESCO-Handbuchs unmittelbar: 16 Millionen Flüchtlinge, Binnenflüchtlinge und staatenlose Menschen in der arabischen Region wurden nach UNHCR-Angaben allein im vergangenen Jahr dokumentiert.

Prinzessin Rym - eine ehemalige CNN-Journalistin - hob in ihrer Rede hervor: „Worte sind wichtig, der richtige Gebrauch von Terminologien ist wichtig, die Kenntnis von Verträgen und Konventionen ist wichtig - vor allem aber ist es wichtig, die Gründe für Flucht und Migration zu verstehen und, jenseits von Statistiken, die menschlichen Geschichten zu kennen.“  Sie fügte hinzu, dass „das Handbuch eine Lücke in der journalistischen Ausbildung in unserer Region füllt“.

Jane Arraf, die Büroleiterin der New York Times in Bagdad, Irak, betonte in ihrer Rede die Verantwortung von Journalist:innen, „ein möglichst umfassendes Bild über ein Thema zu vermitteln, das Menschen in vielen Teilen der Welt entzweit“.

Prof. Dr. Susanne Fengler und Monika Lengauer vertraten das Herausgeberinnen- und Autorenteam des Erich-Brost-Instituts für Internationalen Journalismus (EBI) und des Instituts für Journalistik der TU Dortmund. Sie betonten: „Als erste fremdsprachliche und ungekürzte Übersetzung wendet sich das Handbuch an Journalistenausbilder in der arabischen Region, um eine verantwortungsvolle Berichterstattung über Migranten und Flüchtlinge zu unterstützen, zumal die arabische Region nach wie vor eine wichtige Rolle als Herkunfts-, Transit- und Asylland für Flüchtlinge und als Zielland für Migranten spielt.“ 

Die arabische Premiere in einer ganzen Reihe anstehender Übersetzungen begleiten Fengler und Lengauer in der „Hoffnung, dass das Handbuch Lehrende und Studierende an Universitäten und in Ausbildungseinrichtungen sowie praktizierende Journalisten in ihrer Berichterstattung über Migration, Flucht, Vertreibung und Staatenlosigkeit unterstützen sowie die Verbreitung von Desinformation und Misinformation eindämmen wird.“

Die englische Originalfassung des Handbuchs wurde von einer Gruppe internationaler, auch arabischer, Wissenschaftler:innen begutachtet. Fatma Louati, die das Handbuch ins Arabische übersetzt hat, erklärte: „Es ist die einzige arabische Ressource auf der Grundlage aktueller und von Wissenschaftlern begutachteter Forschung, die uns arabischen Journalistenausbildern derzeit zur Verfügung steht“.

Das Handbuch basiert auf sechs Jahren umfangreicher wissenschaftlicher Arbeit des Dortmunder Forschungsteams und seiner Herausgeberinnen Susanne Fengler, Monika Lengauer und Anna-Carina Zappe. Die Erkenntnisse aus zahlreichen internationalen Konferenzen und Workshops mit Wissenschaftlern und Journalisten aus Herkunfts-, Transit- und Ziel- und Asylländern von Migranten und Flüchtlingen sind in dieses Buch eingeflossen.

Über 30 internationale Gastautor:innen haben zu dem Handbuch beigetragen, darunter auch arabische Forscher:innen. 

Neben der englischen Originalfassung und der ungekürzten arabischen Übersetzung werden demnächst auch Ausgaben in Französisch, Spanisch und Kisuaheli erscheinen.

Das arabischsprachige Handbuch wird gemeinsam von UNESCO, dem EBI und dem IJ veröffentlicht und ist wie die englische Fassung kostenlos online auf der Webseite des UNESCO International Programme for the Development of Communication verfügbar. 

 

 

Die beiden Co-Autorinnen Susanne Fengler (4.v.l.), wissenschaftliche Leiterin des EBI, und Monika Lengauer (3.v.l.), wissenschaftliche Mitarbeiterin am EBI und IJ, stellten gemeinsam mit u.a. Min Jeong Kim (5.v.r.), Repräsentantin der UNESCO Jordanien, das Handbuch vor. Die Veranstaltung fand unter Schirmherrschaft der Prinzessin Rym Ali (5.v.l.), Gründerin des Jordan Media Institute (JMI), statt. © Mohammad Awadallah, JMI

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