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Hochkarätige Konferenz für jordanische Medien-Entscheider in Amman

Auswärtiges Amt und Erich-Brost-Institut stoßen Initiative für Best Practices im Medienbereich in Jordanien an.

Im Auftrag des Auswärtigen Amtes hat das Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus der TU Dortmund am vergangenen Wochenende in Amman eine Konferenz für hochkarätige Entscheider aus dem jordanischen Mediensektor durchgeführt. Der Workshop diente als Vorbereitung für eine einwöchige Delegationsreise, die die 12 jordanischen Teilnehmer:innen ab dem 20. November nach Deutschland führt. Dort werden sie eine Woche lang mit den zentralen Akteuren und Institutionen des demokratischen Mediensystems in Deutschland vertraut gemacht – so stehen Besuche bei Bundespressekonferenz, Bundesjustizministerium und führenden Medien auf dem Programm.

Unter dem Titel „Die Vierte Gewalt“ haben die Deutsche Botschaft Amman und das Erich-Brost-Institut seit dem vergangenen Jahr eine Initiative auf den Weg gebracht, um Impulse für die Entwicklung des jordanischen Mediensystems zu geben. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen rangiert Jordanien auf Platz 120 von 180. Journalisten im Land sind engmaschigen Kontrollen und oft willkürlichen Repressionen ausgesetzt; viele Medienvertreter reagieren darauf mit Selbstzensur. Zugleich steht das ressourcenarme kleine Land durch die Aufnahme von Millionen Flüchtlingen u.a. aus Syrien unter erheblichem politischen Druck. Das Projekt soll reformbereite Kräfte in der jordanischen Medienlandschaft in der derzeitigen Phase der Transformation unterstützen und Wege für Veränderung hin zu mehr Pluralismus in den Medien aufzeigen.

In einem Grußwort verwies Leonie Lorenz, Pressereferentin der Deutschen Botschaft in Amman, auf die Bedeutung der Medien für den von Jordanien angestoßenen politischen Modernisierungsprozess: „Medien liefern Informationen, bieten eine Diskussionsplattform und ziehen Politiker zur Rechenschaft. Nur eine gut informierte Gesellschaft kann an Entscheidungsprozessen, die sie betreffen, teilhaben.“

Im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz in der jordanischen Hauptstadt standen die wesentlichen Merkmale des deutschen Mediensystems – darunter die Strukturen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, Kern-Elemente des deutschen Medien- und Presserechts sowie die Akteure und Themen der Medienselbstregulierung durch Presserat und Medienkritik in Deutschland. Zu den Referenten zählten Prof. Dr. Barbara Thomaß, stellvertretende Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrats, der Medienjournalist Steffen Grimberg, Manfred Protze vom Deutschen Presserat und Dr. Jan Kalbhenn vom Institut für Telekommunikationsrecht der Universität Münster. Prof. Dr. Susanne Fengler, Direktorin des Erich-Brost-Instituts und Professorin für internationalen Journalismus am IJ, leitete die Veranstaltung.

Die jordanische Journalistin Rawan Jayousi, Moderatorin bei Radio Al-Balad, zog stellvertretend für ihre Kollegen ein positives Fazit des Workshops:  „Der Erfahrungsaustausch mit internationalen Experten ist ein extrem wichtiges Mittel, um mehr über rechtliche, ethische und professionelle Best Practices in anderen Ländern zu lernen und auf dem Weg zur Medienfreiheit bei uns beizutragen.“

Teilnehmer:innen, Referent:innen und Organisator:innen des Medien-Workshops in Amman. Foto: Carl Karenfort/Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus

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