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Neue Onlinekurse für Journalistinnen und Journalisten

Das EBI hat gemeinsam mit dem Mediendienst Integration (MDI) eine E-Learning-Plattform zu den Themen Migration, Medien und Diskriminierung entwickelt. Medienschaffende, angehende Journalist*innen und andere Interessierte beispielsweise aus Stiftungen und Verwaltungen können sich dort in mehr als 20 kostenlosen Kursen weiterbilden. Am Montag, 21. März, wurde die Plattform von der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration vorgestellt.

So komplex die Themen Migration und Integration für die Berichterstattung sind, so groß sei auch die Verantwortung für Berichterstattende, sagte Reem Alabali-Radovan, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, bei der Vorstellung der Plattform in Berlin. Denn Medien prägen mit ihrer Berichterstattung, wie wir die Vielfalt unserer Gesellschaft wahrnehmen, so Reem Alabali-Radovan.

Die Module, die das EBI und der MDI in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam entwickelt haben, enthalten mehr als 250 Videos, Audios, Grafiken und Reflexionsaufgaben sowie interaktive Quizformate und Rollenspiele. Gearbeitet wird dabei mit praxisnahen Fallbeispielen. Auf diese Weise werden Journalist*innen strukturiert in die Recherche, Umsetzung und Ethik der Integrations- und Migrationsberichterstattung eingeführt und erlernen anhand von Best-Practice-Beispielen Strategien für eine publikumsgerechte Aufarbeitung und redaktionelle Vermarktung.

Prof. Susanne Fengler, Leiterin des EBI, nennt ein Beispiel: „Einer der Kurse thematisiert die Frage, was Journalist*innen bei Interviews mit Geflüchteten beachten sollten – ein wichtiger Aspekt gerade angesichts des fortdauernden Ukraine-Kriegs.“ In einem Modul zum Umgang mit Traumata können Nutzer*innen per Video verschiedene Interview-Situationen durchspielen und dabei eine professionelle und ethisch verantwortungsbewusste Fragetechnik trainieren. Weitere Module behandeln unter anderem Migrations- und Integrationstheorien sowie Flucht- und Migrationsrouten.

„Das Projekt hat nicht zuletzt das Ziel, eine eklatante Lücke in der Aus- und Weiterbildung von Journalist*innen zu schließen. Obwohl das Thema Migration seit Jahren die Medienagenda und den öffentlichen Diskurs beherrscht, fehlt es bislang an einem systematischen Trainingskonzept für Journalist*innen, die bei der Berichterstattung über Migration und Integration nicht zuletzt oft vor großen ethischen Herausforderungen stehen“, erklärt Monika Lengauer. „Wir bieten so eine aktuelle, strukturierte und digitale Lösung für die Journalist*innen-Ausbildung im deutschsprachigen Raum – die Thematik ist durch den Ukraine-Krieg nun von nochmals brennenderer Aktualität“, ergänzt Anna Carina Zappe. Die beiden Journalismusforscherinnen haben die Inhalte seitens des Erich-Brost-Instituts konzipiert und umgesetzt.

Das Erich-Brost-Institut ist seit Jahren international führend in Forschung und Training zur Migrationsberichterstattung. So hat das Team des EBI kürzlich ein UNESCO-Handbuch herausgeben, das weltweit Standards für Journalist*innen in der Berichterstattung über Flucht und Migration setzt. Der Mediendienst Integration stellt als Online-Plattform bereits seit 2012 Informationen für Journalist*innen zu den Themenfeldern Migration, Integration und Asyl in Deutschland zur Verfügung.

Das Projekt ist Teil des „Nationalen Aktionsplans Integration“ der Bundesregierung und wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert, um eine fundierte und nachhaltigere Berichterstattung über die Themen Integration und Migration zu ermöglichen.

Mehr als 20 kostenlose Kurse stehen auf der Online-Plattform zur Verfügung

Reem Alabali-Radovan, Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration (unten links), Dr. Iva Krtalic, Beauftragte des WDR für Integration und interkulturelle Vielfalt (oben rechts), Prof. Susanne Fengler, Leiterin des Erich-Brost-Instituts für internationalen Journalismus der TU Dortmund (oben Mitte), und Dr. Mehmet Ata, Leiter des Mediendienst Integration, stellen die E-Learning-Plattform vor. Bildnachweis: TU Dortmund

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