Projekte am Institut für Journalistik
ADAC.io
ADAC.io steht für Attribution – Data Analysis – Countermeasures – Interoperability. Im Fokus des von der EU finanzierten Projekts steht die Erforschung und Bekämpfung von Desinformation, speziell Foreign Information Manipulation and Interference (FIMI). Der auswärtige Dienst der EU versteht unter FIMI die koordinierte Manipulation öffentlicher Diskurse durch staatliche und nicht-staatliche Akteure aus dem Ausland, um demokratische Werte zu unterminieren, Misstrauen in demokratische Prozesse und Institutionen zu säen und demokratischen Konsens zu erodieren. FIMI spielt eine erhebliche Rolle in (geo-)politischen Konflikten wie dem Russischen Angriffskrieg in der Ukraine und tritt verstärkt im Umfeld von Ereignissen wie Wahlen auf.
In dem auf drei Jahre ausgelegten Projekt arbeitet ein Konsortium aus Partnern von Universitäten und zivilgesellschaftlichen Organisationen seit 2024 daran, die Analyse und Bekämpfung sowie die Zusammenarbeit von Akteuren zu verbessern, um die demokratische Resilienz gegen FIMI zu stärken. Zu einer Reihe von Maßnahmen gehört die Weiterentwicklung von Analyse-Tools wie dem DISARM-Framework, das im Rahmen von Fallstudien getestet wird, sowie die Entwicklung von Workshops zum Thema FIMI, die sich u. a. an Journalist:innen, NGOs und Studierende richten.
CoMMPASS
CoMMPASS steht für "Communicating Migration and Mobility - E-Learning Programs and Newsroom Applications for Sub-Saharan Africa". Das EU-finanzierte Erasmus+-Projekt befasst sich mit der Rolle der Medien bei der Berichterstattung über Migration und Mobilität, einer zentralen Herausforderung des 21. Jahrhunderts, und fördert gleichzeitig die Entwicklung eines afrikanischen Narrativs zu diesem Thema.
Während der dreijährigen Projektlaufzeit (2023-2026) wird ein Konsortium aus sechs Partnern in Afrika (Makerere University und Ugandan Christian University in Uganda, Malawi University of Business and Applied Sciences und University of Livingstonia in Malawi sowie Université Joseph-Ki-Zerbo und Université Thomas-Sankara in Burkina Faso) und zwei Partnern in Europa (TU Dortmund und ISCTE-Instituto Universitário de Lisboa in Portugal) ein interaktives E-Learning-Tool in den vier wichtigen afrikanischen Sprachen Englisch, Französisch, Portugiesisch und Suaheli entwickeln, um eine bessere Berichterstattung über Migration und Mobilität zu ermöglichen.
Covering Cohesion Policy in Europe (COPE)
„Covering Cohesion Policy in Europe – Training MOOC for European Journalism Students“ (COPE) lautet der Titel eines Projekts, das von der EU-Kommission gefördert wird. Unter Leitung des Instituts für Journalistik ensteht ein neuer MOOC – Massive Open Online Course zur Berichterstattung über die EU-Kohäsionspolitik, d.h. die Politik zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts in der Europäischen Union.
Zur Verfügung stehen wird der Onlinekurs allen Universitäten in der Europäischen Union, die auf Bachelor-Niveau Journalist:innen ausbilden. Das COPE-Konsortium besteht aus Wissenschaftler:innen und Journalistenausbilder:innen der TU Dortmund, der AP Hogeschool Antwerpen in Belgien, der Aristoteles-Universität Thessaloniki in Griechenland, der Universität Wrocław in Polen, der Universität Porto in Portugal, der Babeș-Bolyai-Universität in Rumänien sowie der European Journalism Training Association (EJTA) und der Nichtregierungsorganisation Arena for Journalism in Europe.
Corporate Narratives
Medien bestimmen, wie wir die Wirtschaft wahrnehmen – von der Berichterstattung über Bankenkrisen bis hin zu Erfolgsgeschichten der Finanzwelt. Doch welchen Einfluss haben diese Erzählungen auf das Risikomanagement von Banken? Und wie lassen sich potenzielle Gefahren wie Vertrauensverluste, Blasen und Crashs frühzeitig erkennen? Diesen Fragen widmet sich das Forschungsprojekt Corporate Narratives, das gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen durchgeführt wird.
Ziel des vom Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) geförderten Projekts ist es, ein Modell zu entwickeln, das aufzeigt, wie sich Mediennarrative auf die Risikowahrnehmung und Stabilität einzelner Banken und des Finanzmarkts insgesamt auswirken. Kern des Projektes ist die Untersuchung relevanter Narrative im Finanzsektor sowie deren ihren Auswirkungen auf die Unternehmens- und Reputationsrisiken einzelner Banken. Die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus der Finanzbranche stellt sicher, dass die Ergebnisse nicht nur theoretische Relevanz haben, sondern auch in der Praxis anwendbar sind.
DoCMA
Das Dortmund Center for data-based Media Analysis (DoCMA) ist eine Kooperation von Hochschullehrern und wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen der Fakultät Statistik (Prof. Jörg Rahnenführer und Prof. Carsten Jentsch), der Informatik (Prof. Erich Schubert) und der Journalistik (Prof. Henrik Müller).
Es widmet sich der Big-Data-Analyse von Medieninhalten. Mithilfe der Analyse riesiger Textmengen – dem sogenannten Data Mining – hat das Team bereits zahlreiche Forschungsergebnisse hervorgebracht, u.a. untersuchten sie, wie das Thema TTIP auf Twitter behandelt wurde, wie in deutschen Medien über die sogenannte Flüchtlingskrise berichtet wurde und wem die Schuld an der Finanzkrise nachgesagt wurde – für diese Analyse wurden mehr als 50.000 Artikel von Medien aus mehreren europäischen Ländern ausgewertet.
Das DoCMA gibt u.a. eine Working-Paper-Reihe heraus, deren Ziel es ist, Analysen, auch solche, die auf sehr guten Abschlussarbeiten basieren, sowie methodische Vorstöße zur akademischen Diskussion zu stellen.
German-Austrian Digital Media Observatory (GADMO)
GADMO ist der größte Zusammenschluss von Faktenchecker:innen und Wissenschaftler:innen im deutschsprachigen Raum. Ziel des vom IJ geleiteten Projekts ist die koordinierte Bekämpfung von Des- und Falschinformationen. Dabei arbeiten mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa), der Agence France Press (AFP), der Austria Presse Agentur (APA) und dem unabhängigen Recherche-Netzwerk CORRECTIV erstmals die führenden Faktencheck-Organisationen im deutschsprachigen Raum zusammen. Die Faktenchecker kooperieren im Projekt mit Kommunikations- und Datenwissenschaftlern des Instituts für Journalistik und der Fakultät Statistik der TU Dortmund und des AIT Austrian Institute Of Technology. Als technischer Partner ist das Athens Technology Center im Projekt dabei.
Das deutsch-österreichische Projekt ist Teil des Netzwerks des European Digital Media Observatory. Diese EU-geförderte, unabhängige Koordinationsstelle wurde 2020 ins Leben gerufen und bündelt die Kräfte von Faktencheckorganisationen, Forschung und weiteren Expertinnen und Experten im Kampf gegen Desinformation. GADMO wird von der EU-Kommission gefördert.
Journalismus und Demokratie
Welche Erwartungen werden von unterschiedlichen Gruppen an den Journalismus gestellt? Und was wissen die einzelnen Gruppen von den Erwartungen der anderen? Diese Fragen steht im Zentrum der Studie „Journalismus und Demokratie“ unter Leitung von Prof. Dr. Michael Steinbrecher und unter Mitwirkung von Prof. Dr. Günther Rager. Dazu sollen außer Journalist:innen vor allem Rezipient:innen, Politiker:innen, Wirtschaftsakteur:innen und Technikpioniere befragt werden.
Im ersten Schritt wurden Einsteiger:innen in den Journalismus befragt – sowohl Studierende am Institut für Journalistik der TU Dortmund als auch Volontär:innen in verschiedenen Medienhäusern. Die Online-Befragung von berufserfahrenen Journalist:innen war ein großer Erfolg: 750 von ihnen haben teilgenommen.
Erste Auswertungen zeigen, dass sich im Verhältnis zu früheren Befragungsergebnissen wichtige Veränderungen abzeichnen. In einem zweiten Schritt wurde eine groß angelegte Politiker:innen-Befragung durchgeführt. Es folgen das Publikum, Wirtschaftsakteur:innen und technologische Pioniere. Eine Ausweitung auf weitere gesellschaftlich relevante Gruppen ist vorgesehen.
Medien-Doktor
Der Medien-Doktor ist ein Monitoring-Projekt von Journalist:innen für Journalist:innen angesiedelt am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der Technischen Universität Dortmund. Mit Hilfe eines Gutachterpools aus Journalist:inen beurteilt der Medien-Doktor mehrmals pro Woche medizinjournalistische Beiträge in Print-, Hörfunk-, Fernseh- und Online-Medien - und zwar immer nach einem bestimmten Kriterienkatalog, den schon internationale Vorläuferprojekte wie das US-amerikanische HealthNewsReview.org anwenden. Gemeinsam ist diesen medizinjournalistischen Kriterien die starke Orientierung an dem, was Leser:innen, Zuhörer:innen und Zuschauer:innen an Informationen benötigen, um sich ein vollständiges Bild über eine medizinische Therapie, eine Behandlungsart, ein medizinisches Produkt oder einen diagnostischen Test zu machen. Diese international erprobten medizinjournalistischen Kriterien ergänzt der deutsche Medien-Doktor durch allgemeinjournalistische Kriterien.
Mit dem Medien-Doktor UMWELT wurde das Projekt auch auf die Umweltberichterstattung ausgedehnt.
medien-doktor assistance
Ziel des Projekts „medien-doktor assistance“ am Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus ist die Entwicklung eines Assistenzsystems sowie die Schaffung neuer Strukturen zur Qualitätssicherung der Wissenschafts- und insbesondere der Medizinberichterstattung mit Fokus auf Regionalmedien. Zusammen mit Partnerredaktionen wie den Ruhr Nachrichten und der Nürnberger Zeitung sollen zunächst der Unterstützungsbedarf spezifiziert und gleichzeitig Schulungsangebote gemacht werden.
Im Anschluss wird das Medien-Doktor-Team zusammen mit dem Kooperationspartner Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin sowie mit einer Arbeitsgruppe vder Fakultät Statistik der TU Dortmund mit datenjournalistischen bis hin zu Machine-Learning-Methoden den Prototypen eines Assistenzsystems entwickeln und evaluieren.
Gefördert wird das Projekt vom WPK-Innovationsfonds, einer Initiative der Wissenschaftspressekonferenz, der Joachim Herz Stiftung, der VolkswagenStiftung, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, der Schöpflin Stiftung, der Rudolf Augstein Stiftung und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.
Narrative Economics Alliance Ruhr (NEAR)
Die Narrative Economics Alliance Ruhr (NEAR) ist ein Forschungsprojekt der Universtitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) und wird vom Mercator Research Center Ruhr gefördert. Im Fokus steht die Erforschung von Nachhaltigkeitsnarrativen. Mit NEAR wird der Grundstein zur Entwicklung der UA Ruhr zu einem europaweit führenden Standort auf dem neuen Gebiet „Narrative Economics” und zur Stärkung des UA Ruhr-Kompetenzfelds Empirische Wirtschaftsforschung gelegt.
In der NEAR-Zusammenarbeit werden im Gebiet der "Narrative Economics" Kompetenzen aus den Bereichen Wirtschaftstheorie, Wirtschaftsjournalistik, Finance und Statistik und Ökonometrie gebündelt.
Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Journalistik (Prof. Henrik Müller) und der Fakultät Statistik (Prof. Carsten Jentsch) der TU Dortmund, der Ruhr-Universtität Bochum (Prof. Michael Roos und Prof. Torsten Schmidt) und der Universität Duisburg-Essen (Prof. Martin Hibbeln).
NRWision
Zwei Medienprojekte unter einer starken Marke: NRWision ist ein einzigartiges Angebot im Internet für alle Menschen in Nordrhein-Westfalen. Der Sender präsentiert selbst erstellte Audio- und Video-Produktionen in seiner Mediathek. Außerdem strahlt er alle Kurzfilme, Videos und Fernsehsendungen landesweit im TV-Lernsender aus.
Man muss kein Profi sein, um bei NRWision mitzumachen: Alle Bürger:innen in NRW können hier ihre Ideen, ihre Themen und ihre Kreativität an die Öffentlichkeit bringen. Wer sich beteiligt, kann außerdem eine Menge dazulernen und von der Unterstützung der Redaktionen profitieren - egal ob vor oder hinter Mikrofon und Kamera.
Die Mediathek und der TV-Lernsender sind nicht-kommerzielle Angebote und werden von der Landesanstalt für Medien NRW gefördert. Die Verantwortung für beide Projekte liegt beim Institut für Journalistik der TU Dortmund unter der Leitung von Journalistik-Professor und TV-Moderator Michael Steinbrecher.
Rhine Ruhr Center for Science Communication Research (RRC)
Das von der VolkswagenStiftung geförderte Rhine Ruhr Center for Science Communication Research (RRC) erforscht Vorstellungen, Qualitätskriterien sowie Formen und Formate der Wissenschaftskommunikation. Im Mittelpunkt stehen sowohl Erkenntnisse der interdisziplinären Wissenschaftsforschung als auch die Entwicklung neuer Perspektiven und Formate für die Kommunikation der Geistes- und Sozialwissenschaften. Zentrales Ziel ist es, nicht mehr nur Resultate einzelner Disziplinen, sondern Wesen und Arbeitsweisen der Wissenschaft zu vermitteln und so eine differenziertere Bewertung von Fakten, Quellen und Forschungsergebnissen zu ermöglichen. Das RRC richtet sich sowohl an die Fach- als auch an die breite Öffentlichkeit. Einen praxisrelevanten Zugang zu Wissen über Wissenschaft eröffnen das vom RRC konzipierte Living Handbook of Science Communication and Science Studies sowie die auf medien-doktor.de neu implementierten Ressorts „Soziologie“ und „Philosophie“.
Das RRC vereint die Expertise von vier Projektpartnern: dem Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund, dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI), dem Forum Internationale Wissenschaft der Rheinischen Friedrich-Wilhems-Universität Bonn sowie dem Institut für Medienentwicklung und Medienanalyse der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Als Praxispartner sind darüber hinaus das Science Media Center (SMC) und die Wissenschaftspressekonferenz (WPK) beteiligt.
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SynDIKAT
Die Professur für Medienrecht unter der Leitung von Prof. Tobias Gostomzyk beteiligt sich seit Mai 2026 am Forschungsprojekt SynDIKAT („Synthetische Desinformationsdaten, Infrastruktur für Kollaboration und Analyse-Toolbox für die Social Media-Forschung“), das für drei Jahre vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird. Projektpartner sind das Institut für Kommunikationswissenschaft (Prof. Thorsten Quandt) und das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Münster (Prof. Christian Grimme, Verbundkoordination), GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (Dr. Dennis Aßenmacher) sowie das Center for Advanced Internet Studies (Prof. Johannes Breuer).
Das Projekt beschäftigt sich mit Desinformation in Social Media und den Herausforderungen, die durch eingeschränkten Zugang zu Daten entstehen. Ein zentrales Problem der Forschung ist, dass es kaum gemeinsame Datensätze und standardisierte Vergleichsmaßstäbe gibt, um Methoden zur Erkennung und Bekämpfung von Desinformation zuverlässig zu testen und miteinander zu vergleichen.
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VITraDes
Ziel des Projekts „Vertrauenswürdige Information und Transparenz zu Algorithmen und lernenden Systemen im Journalismus“ (VITraDes), das für drei Jahre vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird, ist es, Transparenz beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Journalismus zu stärken und damit zu einer vertrauenswürdigen öffentlichen Kommunikation beizutragen. Dazu entwickelt das Projektteam praxisorientierte Leitlinien für die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte sowie Bildungsangebote für Medienschaffende.
Geleitet wird das Projekt vom Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen (Prof. Dr. Jessica Heesen). Am Institut für Journalistik sind Prof. Christina Elmer und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Lisa-Marie Eckardt beteiligt. Weitere Projektpartnerin ist die Universität Bayreuth (Prof. Dr. Ruth Janal, LL.M.). Zudem begleiten weitere Organisationen das Projekt als assoziierte Partner, darunter der Bayerische Rundfunk (BR), das Faktenforum von CORRECTIV, der KI-Hub des Südwestdeutschen Rundfunks, Studio 47 und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV).
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