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„Breaking Bubbles“: Journalistik- und Kunststudierende stellen im Dortmunder U aus

Die Ausstellung „Breaking Bubbles“ im Dortmunder U möchte Filterblasen bewusst werden lassen – und sie auflösen. Gezeigt werden Installationen von Journalistik- und Kunststudierenden der TU Dortmund. Die Arbeiten sind im Kontext des Seminars „Kunst, Journalismus, Demokratie“ unter Leitung von IJ-Mitarbeiterin Leonie Krzistetzko und Prof. Nikola Ukić (Institut für Kunst und Materielle Kultur) entstanden.

Echokammern und Filterblasen prägen zunehmend die Wahrnehmung unserer Realität und stellen ein immer größer werdendes Problem für die Gesellschaft und den Journalismus dar. Wo sich unterschiedliche „Bubbles“  voneinander abgrenzen und durch KI-gesteuerte Algorithmen befeuert werden, entsteht die Gefahr von Polarisierung. Wenn digitale Welten auf Unterschieden aufbauen, werden konstruktiver Dialog und Austausch erschwert. Und dort, wo Algorithmen steuern, welche Nachrichten auf den „FYPs“  von Nutzenden auftauchen, wird eine zentrale Aufgabe des Journalismus gefährdet: eine vielfältige, ausgewogene Berichterstattung, um demokratische Diskurse zu fördern. Zeitgleich ist der Journalismus durch redaktionelle Selektionsprozesse auch Teil des Problems.

Journalistik und Kunststudierende haben sich in dem von IJ-Mitarbeiterin Leonie Krzistetzko und Prof. Nikola Ukić (Institut für Kunst und Materielle Kultur) geleiteten Seminar „Kunst, Journalismus, Demokratie“ mit der Thematik befasst und aufbauend darauf Installationen entwickelt, die nun im Dortmunder U gezeigt werden. In der partizipativen Ausstellung „Breaking Bubbles“ sollen Filterblasen bewusst gemacht und zeitgleich abgebaut werden. Denn wenn Filterblasen durchschaut und abgebaut werden, eröffnen sich neue Wege des Dialogs, durch die die Gesellschaft profitieren kann. 

Ausstellung „Breaking Bubbles“ widmet sich Filterblasen und ihren Auswirkungen

Das interdisziplinäre Seminar „Kunst, Journalismus, Demokratie“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Perspektiven der Studierenden zusammenzubringen und Themen, die sowohl für den Journalismus als auch die Kunst relevant sind, multiperspektivisch zu erarbeiten: „Uns ist aufgefallen, dass sowohl die Kunst als auch der Journalismus in der aktuellen Zeit mit ähnlichen Herausforderungen und Fragestellungen konfrontiert wird: zum Beispiel mit der Einflussnahme von KI und Digitalisierung auf Arbeitsprozesse, der Debatte um Meinungsfreiheit und Grenzen des Sagbaren, der Frage nach Aktivismus und einer Abgrenzung von eben diesem“, sagt Leonie Krzistetzko. In diesen Parallelen haben Nikola Ukić und sie die Chance zu einer interdisziplinären Zusammenarbeit gesehen.

In der gemeinsamen Diskussion mit den Studierenden hat sich dann das Thema der Ausstellung herauskristallisiert: "Besonders umgetrieben hat unsere Studierenden das Thema Filterblasen und Echokammern: In welchen Welten bewegen wir uns - digital wie analog? Was prägt unsere Vorstellung der Realität? Und wie können wir konstruktiv mit der Problematik verschiedener digitaler Lebens- und Informationswelten umgehen?“, sagt Krzistetzko. 

Nachdem die ersten Arbeiten Kontur angenommen haben, sei der Name der Ausstellung entstanden: Breaking Bubbles - der Wunsch, die Blasen zu durchbrechen, in denen wir uns befinden. 

„Breaking Bubbles“ – zwischen Filterblasen, Gewaltberichterstattung, Perspektivenübernahme und Heimatgefühlen

Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung zeigt die Ausstellung. Gemeinsam haben die Studierenden der TU Dortmund vier interaktive künstlerische Positionen entwickelt, die die Problematik reflektieren und sichtbar machen.

Die künstlerischen Arbeiten heben sich besonders dadurch hervor, dass sie auf wissenschaftlichen Erarbeitungen basieren und somit eine Transferleistung bieten. „Auch unterstützt ihre Materialität ihre Aussagen“, erklärt Nikola Ukić: „Beispielsweise arbeitet die Installation ,verzählt‘, die sich mit der Berichterstattung über Gewalt an Frauen beschäftigt, mit Häkelarbeiten. Sowohl die Arbeit des Häkelns als auch das Material der Wolle werden kulturell stark mit Weiblichkeit assoziiert." 

Neben der Arbeit „verzählt“ von Lisa Alameddin, Tiziana Lauria-Schönneis, Birte Mundhenk und Pia Souissi, werden drei weitere Installationen gezeigt. Die Arbeit „inside / outside bubbles“ von Mattea Eichhorn, Oliver Hanstein, Charlotte Huster und Katharina Maria Mai setzt sich mit der Fragestellung auseinander, wie Umfelder gefilterter Information und Isolation in Sozialen Netzwerken entstehen und reflektiert dabei die Auswirkungen von KI-gesteuerten Algorithmen auf die Erfahrungswelten und die Realität Ihrer User:innen. Sie macht die Filterblasen verschiedener Personen zugänglich.

Um das Thema der Perspektivenübernahme dreht sich die Arbeit „Mimi“ von Agit Saglam: Ein zwei Meter hoher Ganzkörper-Kuscheltieranzug schafft einen Raum, in dem Grenzen zwischen Mensch und Objekt, Subjekt und Projektion spielerisch verschmelzen. Die Installation versteht sich als performatives Experiment, das soziale Interaktionen und Perspektivwechsel anregt. Die Arbeit „Zug um Zug“ von Aurélie Rosalyn Althoff, Sasha Gerlings und Ines Francis Ortsis basiert auf Interviews mit Bürger:innen und befasst sich mit Gefühlen von Heimat und Zuhause und möchte die die „Blasen“ von Heimat und Transitort zur Kollision bringen.

Seminar „Kunst, Journalismus, Demokratie“ möchte Wissenstransfer fördern

Ziel der Zusammenarbeit zwischen der Journalistik und der Kunst war es, die Studierenden tief in das gewählte Oberthema einzutauchen und Wissen sinnlich erlebbar zu machen: „Durch die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik gelingt eine Art des Wissenstransfers, der sich von klassischen Seminaren unterscheidet. Studierende arbeiten sich gedanklich und wissenschaftlich in die Themen ein und übertragen ihre Gedanken dann in Kunstwerke, die wiederum zum Dialog und zur weiteren Auseinandersetzung mit den Themen anregen“, sagt Leonie Krzistetzko. So soll das Wissen nachhaltig gesichert werden. Nikola Ukić ist zufrieden mit den Ergebnissen des Seminars: „Ich bin überzeugt, dass alle Beteiligten in diesem Prozess viel gelernt haben – über Kunst, über Gesellschaft und auch über Zusammenarbeit. Der gemeinsame Nenner ist deutlich spürbar: Kunst wird hier als kritische, erfahrbare und partizipative Praxis verstanden. Als Mittel, um unsere komplexe Gegenwart nicht nur zu analysieren, sondern aktiv mitzugestalten.“ 

Genau solche Projekte würden neue Generationen von Studierenden inspirieren. „Sie zeigen, dass Kunst nicht am Rand steht, sondern mitten in der Gesellschaft“, erläutert der Kunstprofessor.

Die Ausstellung „Breaking Bubbles“ läuft bis zum 10. Ami 2026. Der Eintritt ist kostenlos. 

Di, Mi 11 – 18 Uhr
Do, Fr 11 – 20 Uhr
Sa, So 11 – 18 Uhr

Ausstellende: Lisa Alameddin, Aurélie Rosalyn Althoff, Mattea Eichhorn, Sasha Gerlings, Oliver Hanstein, Charlotte Huster, Tiziana Lauria-Schönneis, Katharina Maria Mai, Birte Mundhenk, Ines Francis Ortsis, Agit Saglam, Pia Souissi

Kuration und Ausstellungsmanagement: Emilia Motyka, Birte Mundhenk, Tiziana Lauria-Schönneis

Seminarleitung: Leonie Krzistetzko M.A., Prof. Nikola Ukić

 

 

Die Installationen entstanden im Rahmen des Seminars „Kunst, Journalismus, Demokratie“ unter Leitung von IJ-Mitarbeiterin Leonie Krzistetzko und Prof. Nikola Ukić (Institut für Kunst und Materielle Kultur). Fotos: Martina Hengesbach / TU Dortmund

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