Seit Mai beteiligt sich die Professur für Medienrecht am Institut für Journalistik (IJ) unter der Leitung von Prof. Tobias Gostomzyk am Forschungsprojekt SynDIKAT („Synthetische Desinformationsdaten, Infrastruktur für Kollaboration und Analyse-Toolbox für die Social Media-Forschung“). Das Projekt wird für drei Jahre vom BMFTR gefördert. Projektpartner sind das Institut für Kommunikationswissenschaft (Prof. Thorsten Quandt) und das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Münster (Prof. Christian Grimme), GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (Dr. Dennis Assenmacher) sowie das Center for Advanced Internet Studies (Prof. Johannes Breuer).
Das Projekt beschäftigt sich mit Desinformation in Social Media und den Herausforderungen, die durch eingeschränkten Zugang zu Daten entstehen. Ein zentrales Problem der Forschung ist, dass es kaum gemeinsame Datensätze und standardisierte Vergleichsmaßstäbe gibt, um Methoden zur Erkennung und Bekämpfung von Desinformation zuverlässig zu testen und miteinander zu vergleichen.
SynDIKAT möchte hierfür eine Lösung entwickeln. Ziel ist ein Framework, das den Austausch von Forschungsdaten erleichtert und gleichzeitig Datenschutz- und Lizenzanforderungen berücksichtigt. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist außerdem die Erstellung synthetischer Social-Media-Daten. Mithilfe von Large Language Models (LLMs) und agentenbasierten Simulationen sollen realistische und vielfältige Datensätze generiert werden. Langfristig soll so die Grundlage für eine zunächst nationale und später internationale Data-Sharing-Community entstehen. Diese soll die Forschung zu Desinformation stärken und zu transparenteren sowie besser vergleichbaren wissenschaftlichen Ergebnissen beitragen.
SynDIKAT ist – ebenso wie das IJ-Projekt VITraDes – Teil der Förderkampagne „Desinformation – erkennen, verstehen, abwehren“. Im Rahmen der Initiative werden bis 2029 zunächst elf Forschungsprojekte gefördert, die gesellschaftliche und technologische Resilienz gegenüber digitaler Desinformation stärken sollen. Die Kampagne ist Teil des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung zur IT-Sicherheit „Digital. Sicher. Souverän.“