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Institut für Journalistik feiert 50 Jahre Fakten

Unter dem Motto „Fakten feiern“ hat das Institut für Journalistik (IJ) der TU Dortmund am Freitag, den 20. März, ins Deutsche Fußballmuseum eingeladen. Rund 500 Gäste kamen zusammen, um 50 Jahre Journalistik in Dortmund zu feiern, darunter zahlreiche aktive und ehemalige Mitglieder sowie Vertreter:innen aus Politik, Praxis und Forschung. Dabei blickten sie nicht nur zurück auf die Anfänge und Entwicklungen des Instituts, sondern betonten angesichts aktueller globaler Umbrüche auch die herausragende Bedeutung des Journalismus für die Demokratie.

1976 ging der bundesweit erste Studiengang Journalistik an den Start – begleitet von zunächst einigen Zweifeln und Widerständen aus der Branche: Konnte man Theorie und Praxis in der Journalist:innenausbildung verknüpfen? Seine Heimat fand der Studiengang unter der Leitung von Prof. Kurt Koszyk und mithilfe des damaligen NRW-Wissenschaftsministers Johannes Rau an der Pädagogischen Hochschule Ruhr, die 1980 in die Universität Dortmund integriert wurde. Seitdem haben mehr als 2.000 Absolvent:innen erfolgreich ein Studium am IJ durchlaufen, das sich bis heute durch ebenjene enge Verzahnung von Theorie und Praxis, ein in den Studienverlauf integriertes Volontariat und die Ausbildung in der multimedialen Lehrredaktion auszeichnet.

Wie wichtig gut ausgebildete Journalist:innen für die Gesellschaft sind, betonte Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, in seinem Grußwort. Er wies darauf hin, dass sich die Medienwelt nicht zuletzt durch digitale Plattformen, auf denen jede Person jederzeit senden und empfangen könne, auf denen Zuspitzung belohnt und Polarisierung vorangetrieben werde, stark verändert habe. Hinzu komme die Gleichzeitigkeit von Krisen, die Menschen überfordere, weshalb sie nach Halt und Vereinfachung suchen. Ein freier Journalismus sei deshalb auch ein Dienst an der Demokratie, und beides bedinge sich gegenseitig, sagte der Minister, der den anwesenden IJ-Mitgliedern und Alumni für ihr gutes Handwerk und ihre demokratische Haltung dankte. Auch Bürgermeisterin Britta Gövert würdigte auf dem vermeintlich „größten Klassentreffen Dortmunds“ das Bemühen der etablierten und angehenden Journalist:innen, die Wirklichkeit einzuordnen und verständlich zu machen.

TU-Rektor Prof. Manfred Bayer sagte in seinem Grußwort: „50 Jahre Journalistik in Dortmund sind ein besonderer Moment und ein beachtlicher Erfolg. Viele Generationen an Studierenden haben bei uns bereits ihr so wichtiges und facettenreiches Handwerk gelernt – und sie prägen heute den öffentlichen Diskurs entscheidend mit.“ Zu den bekanntesten Journalist:innen, die in Dortmund studiert haben, zählen etwa WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn, ARD-Washington-Korrespondentin Gudrun Engel, „heute journal“-Moderatorin Hanna Zimmermann, Moderatorin Mona Ameziane sowie Maximilian Doeckel und Jonathan Focke vom Podcast „Quarks Science Cops“. Auch Andrea Schafarczyk, WDR-Programmdirektorin und Alumna, bestätigte in ihrem Grußwort, dass man in Medienhäusern bundesweit auf IJ-Absolvent:innen treffe, die aufgrund ihrer hervorragenden Ausbildung sehr geschätzt seien.

In einer Gesprächsrunde mit Absolvent:innen sowie aktuellen und ehemaligen Lehrenden blickten Gabi Ludwig, Prof. em. Siegfried Weischenberg, Julia Friedrichs, Prof. Holger Wormer, Richard Brandt und Dr. Susanne Wegner auf die Anfänge, die Nullerjahre und die Gegenwart des Instituts für Journalistik zurück. Die Auszeichnung für die lustigste IJ-Anekdote beim Reporter Slam, moderiert von Absolvent Jochen Markett, sicherten sich die Journalistik-Studierenden Amelie Borggrefe und Lukas Pazzini – mit einem augenzwinkernden Blick auf ihre ersten Studiensemester und Professor:innen, die großzügig Schokoriegel verteilen. Sie setzten sich knapp gegen Prof. Wiebke Möhring vom IJ und Absolvent Steffen Grimberg durch. Durch den Abend führten Prof. Christina Elmer, geschäftsführende Direktorin des IJ, und Institutsmanager Dr. Marcus Kreutler. Für die musikalische Untermalung sorgte die United Harriet Colliery Band der TU Dortmund.

Das Institut für Journalistik mit seinen acht Professuren verzeichnet jedes Jahr mehr Bewerber:innen als Plätze. Aktuell zählt es rund 500 Studierende, die in den vier Studienrichtungen Journalistik, Wissenschaftsjournalismus, Wirtschaftspolitischer Journalismus sowie Musikjournalismus und Musikvermittlung (in Kooperation mit dem Institut für Institut für Musik und Musikwissenschaft) eingeschrieben sind. Gestartet mit sechs Tonbandgeräten und 30 Schreibmaschinen, hat sich das IJ seit seinem Start in den vergangenen Jahrzehnten enorm entwickelt, wie Prof. Christina Elmer in ihrer Rede darlegte. Bereits seit 1999 sendet das am Institut angesiedelte Campusradio eldoradio* in Dortmund. Zehn Jahre später ging der vom IJ entwickelte und bis heute betriebene TV-Lernsender NRWision an den Start. Ebenfalls fester Bestandteil sind die Lehrredaktionen, die 2017 unter der Dachmarke KURT zusammengeführt wurden.

50 Jahre Dortmunder Journalistik waren auch ein Anlass für die Sonderausgabe von KURT, die unter dem Titel „Wendepunkte“ prägende Momente und gesellschaftliche Umbrüche in den Blick nimmt. Studierende erzählen darin von persönlichen und sozialen Erfahrungen und Momenten, die bleiben. Alumni blicken zurück auf ihre Wege in Redaktionen, Medienhäuser und die Wissenschaft – und richten den Blick auf die Zukunft des Journalismus. Entwickelt und gestaltet wurde das Magazin im Seminar „KURT Magazinproduktion“ unter Leitung von Dr. Susanne Wegner, Co-Leiterin der Lehrredaktion. Rund 20 Studierende bildeten die Redaktion, wählten Texte aus, betreuten Gastbeiträge, gestalteten das Layout und nahmen zum Teil neue Fotografien auf. „Für mich zeigt dieses Jubiläumsheft, wie viel Engagement, Reflexion und Gestaltungswille in unserer Ausbildung stecken – damals wie heute. Und ich freue mich, ein Teil davon zu sein", so Wegner. Die Print-Jubiläumsausgabe ist am IJ bei Dr. Susanne Wegner erhältlich und steht als E-Paper zur Verfügung. 

Auch in der Forschung setzt das IJ wichtige Impulse, unter anderem in den Bereichen Wissenschaftskommunikation und Datenjournalismus/KI oder mit einer Langzeitstudie zu „Journalismus und Demokratie“. Das 1991 eröffnete Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus setzt sich mit zahlreichen Projekten weltweit für eine fundierte Journalist:innenausbildung ein und analysiert unter anderem die Kommunikation über Konfliktthemen wie Migration. 

 

Fotos: Julian Welz 

 

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