Gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Neuberger von der FU Berlin und Prof. em. Dr. Otfried Jarren von der Universität Zürich haben Prof. Dr. Frank Lobigs und Prof. Dr. Tobias Gostomzyk ein Leitbild einer kooperationsorientierten Weiterentwicklung der Medienordnung entwickelt. Die Studie wurde von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft unterstützt und am 20. November 2019 beim 8. Medienkongress der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft in München vorgestellt.
Um das Mediensystem wirtschaftlich zu stabilisieren, sei es erforderlich, dass öffentlich-rechtliche und private Medien mehr miteinander kooperierten, so ein wesentliches Ergebnis der Studie.
Die Forscher halten hierfür vor allem Coopetition-Modelle für empfehlenswert: Die Beteiligten kooperieren in begrenztem Umfang (cooperation), während sie weiter publizistisch miteinander konkurrieren (competition). Hierfür gebe es bereits vielversprechende Ansätze wie etwa die Produktion der Filmserie „Babylon Berlin", die sowohl im Bezahlfernsehen Sky als auch im Anschluss in der ARD lief, Rechercheverbünde wie zwischen WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung oder die gemeinsame Erprobung neuer technischer Übertragungswege, etwa 5G.
Woran es fehle, sei aber vor allem die systematische Anwendung der Leitidee „Kooperation“ in der Medienpolitik sowie die Schaffung hierfür erforderlicher Rechtsgrundlagen, insbesondere im Wettbewerbsrecht. Nagelprobe hierfür wäre eine eigene medienübergreifende Plattform, die jüngst vielfach gefordert wurde, aber nicht spontan aus dem Markt heraus entstehen werde.
Die Studie ist hier abrufbar.
Neue Kooperation statt reiner Dualismus - IJ-Professoren präsentieren Studie zur dualen Medienordnung
Die IJ-Professoren Frank Lobigs und Tobias Gostomzyk haben in München ihre Studie „Kooperationsorientierte Weiterentwicklung der Medienordnung" vorgestellt.