Ein Präsident einer Weltmacht, dessen Aussagen das postfaktische Zeitalter einleiten; ein Facebooknutzer, der plötzlich nur noch Beiträge alternativer Medien angezeigt bekommt; und ein Überwachungsstaat, der aufgrund einer unbequemen Onlinefreundschaft Karriereträume in Staub auflöst: Wir befinden uns nicht in einer fiktionalen Folge der dystopischen BBC-Serie Black Mirror, sondern im Jahr 2018.
Nie waren die Fragen „Was ist richtig?“ und „Was ist Wahrheit?“ so wichtig wie heutzutage in unserer Welt, die sich mittellerweile zum großen Teil in einer Parallelwelt im Netz abspielt.
In zwei Seminaren – einer einjährigen Master-Veranstaltung zu „Wahrheit im Journalismus“ und einer daran gekoppelten Bachelor-Veranstaltung – haben sich die Teilnehmer diesen Fragen gewidmet – und zwar immer in Bezug auf die Möglichkeiten und Gefahren der digitalen Welt. Ihre Auseinandersetzungen mit dem Thema Wahrheit in der digitalen Welt wurden über drei Wochen hinweg als Beiträge auf der Plattform „Digitale Zukunft“ unter heute-morgen-uebermorgen.digital veröffentlicht und finden sich jetzt dort gesammelt auf einer Magazinseite.
Die Ergebnisse sind erhellend bis verstörend – und werden auf vielfältige Weise dargestellt: im Dialog mit Kritikern des Journalismus in seiner heutigen Ausprägung. Im Selbstversuch in sozialen Netzwerken, um zu prüfen, ob es mediale Echokammern wirklich gibt. Als Comic-Kommentar zum Thema Sicherheit und Freiheit in der digitalen Welt – oder in einer groß angelegten Fake-News-Chronik als Pageflow.
Wie erkennen wir, was stimmt, was die Wahrheit ist und wer sie spricht? Wie bleiben wir aufgeklärt? Diese Frage betreffen heutzutage jeden: nicht nur Debattenteilnehmer und Politiker – sondern auch ganz normale Internetnutzer.