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Wie Mirko Drotschmann Wissen auf YouTube vermittelt

Im Rahmen der Vortragsreihe „Die Wissensmacher“ des Instituts für Journalistik war Mirko Drotschmann in der vergangenen Woche an der TU Dortmund zu Gast. Im voll besetzten Hörsaal des Seminarraumgebäudes berichtete der unter dem Namen „MrWissen2Go“ bekannte YouTuber und Journalist von seiner Arbeit und stellte sich anschließend den zahlreichen Fragen des Publikums.

Mirko Drotschmann ist Journalist, YouTuber und Produzent von Webvideos zu den Themen Geschichte, Politik und Gesellschaft. Er moderiert Beiträge für das ZDF-Format „Terra X“ und betreibt die YouTube-Kanäle „MrWissen2Go“ und „MrWissen2Go Geschichte“. Letztere sind inzwischen Teil des öffentlich-rechtlichen Online-Medienangebots funk. In seinen Videos vermittelt er Wissen insbesondere zu Politik, Zeitgeschehen und historischen Zusammenhängen. Mit mehreren Millionen monatlichen Aufrufen zählt er zu den reichweitenstärksten Wissensvermittler:innen im deutschsprachigen Raum.

In seinem Vortrag legte Drotschmann zunächst einige Gründe dar, weshalb die Wissensvermittlung über Social Media so erfolgreich ist und vor allem von einem jungen Publikum konsumiert wird. Demnach schätzen Zuschauer:innen beispielsweise die individualisierbare Rezeption der Inhalte sowie die Möglichkeit, über die Kommentare Feedback zu geben und mit der Community zu interagieren. Seine Ausführungen untermauerte er mit Analysedaten des Kanals „MrWissen2Go Geschichte“, der oftmals von Schüler:innen geschaut und auch von Lehrkräften empfohlen wird. Während der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Schulschließungen hätten Lehrkräfte Linklisten zu YouTube-Videos an ihre Klassen verschickt. „Seitdem werde ich häufiger auf der Straße angesprochen“, sagte Drotschmann: „Meine Videos werden auch heute noch im Unterricht gezeigt.“

Ein gut gemachtes Video müsse dabei ähnliche Ansprüche erfüllen wie ein traditioneller journalistischer Beitrag. Anders als im klassischen Journalismus komme es bei YouTube aber auch auf die Authentizität der Protagonist:innen und auf das Publikum an. „Ich würde zum Beispiel in meinen Videos keine Jugendsprache verwenden, nur weil ich eine junge Zielgruppe anspreche“, betonte er. Ihm sei es wichtig, seine Zuschauer:innen aktiv einzubinden: „Deshalb enden meine Videos oft mit Fragen, die einen Impuls geben sollen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, es kritisch zu bewerten und eine eigene Meinung dazu zu entwickeln.“

Den Kanal „MrWissen2Go“ verantwortet und bespielt Drotschmann weitestgehend allein. Er wählt die Themen aus, schreibt die Skripte und dreht im eigenen Keller. In der Regel dauert es laut Drotschmann eine Woche, bis ein Video fertig ist. In Ausnahmefällen und bei aktuellen Themen schaffe er es in sechs Stunden. „Das sieht man dann aber auch, da ich die Videos dann selbst geschnitten habe“, sagt er. Bei „MrWissen2Go Geschichte“ arbeitet er mit einem Autor:innen-Team zusammen. Abschließend betonte der YouTuber, dass es wichtig sei, sich nicht zu sehr von den Algorithmen einer Plattform treiben zu lassen. Zwar sei man auf den großen Plattformen darauf angewiesen, was ausgespielt und geklickt wird. Als Journalist und Teil des öffentlich-rechtlichen Medienangebots müsse man jedoch auch relevant und verlässlich sein – eine Gratwanderung, die ihm auf seinem Kanal mit rund 2,4 Millionen Abonnent*innen offensichtlich gut gelingt. 

Die Wissensmacher

„Die Wissensmacher“ ist eine seit 2003 bestehende Vortragsreihe, die vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät und der Hochschulkommunikation der Ruhr-Universität Bochum veranstaltet wird. Jedes Wintersemester sind rund ein Dutzend Medienexpert:innen an der TU Dortmund zu Gast und geben in Vorträgen Einblicke in ihren Berufsalltag – für Studierende im Studiengang Wissenschaftsjournalismus, aber auch für alle sonstigen Interessierten.

Mirko Drotschmann („MrWissen2Go“) bei seinem Vortrag in der Reihe „Die Wissensmacher“. © Felix Schmale, TU Dortmund

Vor einem voll besetzten Hörsaal berichtete Drotschmann über seine Erfahrungen mit journalistischer Wissensvermittlung auf YouTube. © Felix Schmale, TU Dortmund

IJ-Wissenschaftsjournalismus-Professor Holger Wormer im Gespräch mit Drotschmann. © Felix Schmale, TU Dortmund

Holger Wormer übernahm die Moderation der Fragerunde und sammelte die Beiträge aus dem Publikum. © Felix Schmale, TU Dortmund

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