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Wissenschaftsjournalismus mit Humor: Eckart von Hirschhausen zu Gast bei den Wissensmachern

Bereits eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung wollen die Ersten einen guten Platz im Audimax ergattern – Szenen, die im Unialltag nicht allzu üblich sind. Grund für den großen Andrang: Kabarettist Eckart von Hirschhausen ist zu Besuch an der TU Dortmund.

Im Rahmen der Gastvortragsreihe „Die Wissensmacher“ hat Eckart von Hirschhausen am 22. Januar 2018 erklärt, wie Wissenschaft im Journalismus und speziell vor der Kamera funktioniert. Als Gesundheitsexperte der ARD und Moderator der Shows „Hirschhausens Quiz des Menschen“ und „Frag doch mal die Maus“ kennt er sich damit nämlich bestens aus.

Nach einer kurzen Einführung von IJ-Professor Holger Wormer legt Hirschhausen mit einer Fragerunde im vollen Audimax los, er schlägt ein Spiel mit dem Publikum vor, es wird viel gelacht. Dann nennt er seine Kernfrage: „Wie kommt Wissenschaft in den Kopf und in die Herzen der Menschen?“ Eine Frage, die den studierten Arzt und Wissenschaftsjournalisten beschäftigt.

„Es gibt zahlreiche Artikel, in denen gesagt wird, was falsch oder verboten ist.“ Diese Herangehensweise ist für Hirschhausen nicht verständlich. Genau das mache zum Beispiel das Rauchen doch erst interessant. Dass das Gesicht in Folge des Rauchens schneller altert, schrecke hingegen viel eher ab, so Hirschhausen. Die Grundlage, um ein wissenschaftliches Thema darzustellen, ist für ihn daher immer: „Was ist der Kern des Themas und wo liegt die Motivationslage für die Menschen? Dann kann man die Botschaft entsprechend designen.“

Für die Darstellung von Wissenschaft im Fernsehen empfiehlt der 50-Jährige eine Kombination aus gesprochenem Inhalt und einer zeichnerischen Ebene. Wichtig ist außerdem die Wahl einer einfachen Sprache und der richtigen Darstellungsform. Diese Erfahrung sammelt er selbst mit seinen „Faktenchecks Gesundheit“, in denen er medizinische Themen locker und leicht an sein Publikum bringt.

Trotzdem ist Wissenschaft für viele noch immer eine ziemlich schwere Kost. Hirschhausen rät daher: „Wir müssen in moderner Form über gesellschaftlich relevante Themen wie die Medizin berichten.“ Sein Rezept dafür: Humor. „Humor ist ein wichtiges Tool in der Wissenschaftsvermittlung. Wenn wir mit etwas belehrt werden, spielt Trotz herein. Und Trotz kann mit Humor unterwandert werden.“ Mit einem Augenzwinkern weist er außerdem darauf hin: „Es ist wichtig, die Leute nicht für blöder zu erklären, als sie sind.“

Humor hat Hirschhausen zu seinem besonderen Steckenpferd erklärt. Daher trägt seine Stiftung den Namen „Humor hilft Heilen“. Diese schickt Clowns an Krankenhäuser und Pflegeheime und fördert das therapeutische Lachen. Im Anschluss an den Vortrag gab es noch die Gelegenheit für das ein oder andere Autogramm oder Selfie. Außerdem verteilten IJ-Studierende im Foyer des Audimax Clownsnasen gegen eine Spende für Hirschhausens Stiftung.

Bei den Wissensmachern geht es mit Journalisten, Experten aus Pressestellen und der Wissenschaftskommunikation jede Woche um aktuelle Themen aus dem Wissenschaftsjournalismus. Die Gastvortragsreihe des Wissenschaftsjournalismus am Institut für Journalistik wird in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum auf die Beine gestellt.

Fotos Audimax: Felix Schmale/TU Dortmund
Foto Humor hilft Heilen: Franziska Weil

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